Anja Meser und Beatrice Fleischlin

links: Beatrice Fleischlin, rechts: Anja Meser, Foto: privat

Was waren die Einflüsse und Motivation für das Stück "come on baby let's go"?

Pankow und Neukölln, wo wir zuhause sind, und die Verkehrswege, die diese beiden Bezirke verbinden, sind ein interessantes Jagdrevier für unser Basismaterial: Bewegungs- und Kommunikationsfragmente aus der Männerwelt. Die Hauptmotivation ist die Lust am Unernst. Es ist eine Form von Ungehorsam, auf Schwerwiegendes unernst zu reagieren. Unernst kann neue Handlungsweisen eröffnen.

Was bedeuten Tanz und Choreografie für euch?

Anja: Choreografie bedeutet für mich, Gedanken, Träume, Erlebnisse und Eindrücke zu sammeln und neu zu ordnen und zu verbinden. Tanz bedeutet für mich, meine Möglichkeiten auszuloten und zu erweitern, mit Hingabe und Leidenschaft.

Wie seht ihr euch in den zeitgenössischen Tendenzen, die auf den Bühnen gerade präsent sind?

Beatrice: Meine Überlebenstaktik ist eine radikale und achtsame Subjektivität, mit der ich mich der komplexen Realität stelle. Mit dieser Subjektivität arbeite ich auf der Bühne.

Was sind eure Pläne für die nächste Zukunft?

Anja: Ich möchte gerne mehr für die Bühne und auf der Bühne schaffen - Fantastisches und Fantasievolles, Realistisches und Unrealistisches, Spaßiges, Trauriges, Einfaches, Komplexes, Unglaubliches. Daran arbeite ich.

Beatrice: Ich wünsche mir, dass die Arbeit mit der Bühnenkunst weitergeht und dass ich präziser werde.

Was sind eure Sehnsüchte für eine längerfristige Zukunft?

Lernen und Lieben. Und dass "come on baby let's go" sich weiterentwickeln kann. Und dass wir es damit und mit dem Folgeprojekt >be my baby tonight< - ein Duett im King-size Bett - und danach mit "ice ice baby" bis nach Arizona schaffen.

Wovon lebt ihr?

Von Luft und Diebstahl.

 

Kurzbios

Beatrice Fleischlin

1996-2000: Ausbildung an der Theaterhochschule Zürich. 2002-2007: Mitbegründerin und Performerin des Kollektives GASTSTUBE° und des Duos fleischlin / galeazzi. Kontinuierliche Erarbeitung von Projekten an der Schnittstelle von Theater, Installation und Interaktion (u.a. für das dietheater Wien, Rote Fabrik Zürich, La Batie Festival Genf, Sophiensaele Berlin, le Merlan Marseille, TNT Bordeaux). Seit 2007: Zusammenarbeit mit verschiedenen Konstellationen (SIGNA Kopenhagen, Andreas Liebmann & Gäste, posttheater Berlin, Boris Nikitin) und Entwicklung eigener Arbeiten zum Thema Körper / Identität.

Anja Meser wurde 1980 in Berlin geboren. Nach neun Jahren Tätigkeit als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, besuchte sie 2008/2009 das Weiterbildungsprogramm "dance intensiv" an der Tanzfabrik Berlin und machte sich im Anschluss daran als freie Tänzerin und Choreografin selbständig. Sie ist Mitgründerin, Projektorganisatorin und Tänzerin der "lis:sanga dance company", die im Jahre 2007 entstand. Inspiriert wurde dieser Werdegang unter anderem durch die "Faster-Than-Light-Dance-Company". Es folgten mehrere Projekte mit Choreografen wie Lisa Petit (2003), Royston Maldoom (2003, 2004, 2005, 2009), Aletta Collins (2006) und Mathilde Monnier (2008).

 

Anja Meser + Beatrice Fleischlin präsentieren die Ergebnisse einer ersten Arbeitsphase ihres Projektes "come on baby let's go" am 4.1.2010 und am 5.1.2010 jeweils um 19:00 Uhr im Hochzeitssaal.

 

 

Veranstaltungstipp Tanz im August:

Publikumsworkshop "TANZ SCHAUEN LERNEN" mehr

Was kommt nach dem Tanz?
Neugegründete Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland begleitet Tänzer beim Übergang in ein zweites Berufsleben  mehr