Was ist Ihr Markenzeichen?
Wir sind interdisziplinär aufgestellt: wir vereinen Tanz, Theater und Musik.
Was zeichnet das Stück auf dem Festival aus?
?Poussières de Sang? ist ein Stück über Gewalt, das wie eine griechische Tragödie gestaltet ist. Die Sängerin Djata verkörpert die Koryphäe, also die Chorführerin, die dem Chor bestehend aus Tänzern gegenübersteht.
Das Ensemble kreist fragend um das Thema Gewalt, nicht nur in Form der mit dem Kontinent Afrika verbundenen, sondern als universelles Phänomen.
Wo finden Sie Inspiration?
In Begegnungen, Reisen und unserer Vorstellungswelt.
Welche Rolle spielen andere Künste in Ihren Arbeiten?
Die Musik spielt eine vorrangige Rolle in unserer Arbeit, Musiker sind in allen unseren Stücken präsent auf der Bühne. Wir suchen stets nach Vielfalt und Gleichgewicht der Klangbilder, mit Instrumenten die sowohl aus Burkina Faso als auch Europa kommen. Aber nicht nur das: Bilder, Kino, plastische Kunst tragen ebenfalls zum kreativen Prozess bei.
Welche Projekte haben Sie als Künstler?
Jeder von uns kreiert ein Stück für Herbst 2009: In "Dambë" von Salia Sanou wird es um Kindheitserinnerungen an Bilder und Klänge gehen, die mit dem Heimatdorf des Choreografen verbunden sind. "Concert d'un homme décousu" von Seydou Boro wird das mentale Universum einer zerrissenen Persönlichkeit nachzeichnen.
Ein neues Gruppenprojekt ist für 2011 geplant: "le Tango du cheval" von Seydou Boro soll sich mit dem Wesen von Pferden befassen. Und natürlich die Weiterentwicklung des ?Centre de Développement Chorégraphique - La Termitière de Ouagadougou?, dessen künstlerische Direktoren wir sind.
(übersetzt aus dem Französischen)
Kurzbiografie
Die Company Salia nï Seydou wurde 1997 von den Tänzern Salia Sanou und Seydou Boro gegründet. Die aus Burkina Faso stammenden Künstler verfügen über einen interdisziplinären Hintergrund, der Schauspiel, Film, Tanz und Musik umfasst. Ihr Engagement als Tänzer am ?Centre Choréographique National de Montpellier? von 1993 - 2003 und die Zusammenarbeit mit Mathilde Monnier prägten sie maßgeblich. Sanou und Boro beleben mit ihren Produktionen den künstlerischen Diskurs über Afrika. Auf ihre Initiative hin entstand im Jahr 2006 das ?Centre de Développement Chorégraphique La Termitiere? in Ouagadougou. Beide Künstler erhielten bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Titel ?Officiers des Arts et des Lettres? vom französischen Ministerium für Kultur im Jahr 2008. (AJ)
Weitere Infos: www.salianiseydou.net
"Poussières de Sang" / 14. + 15.8. / 20 h / Haus der Berliner Festspiele