Tanzpresse

Tanz in den Abgrund

Hofesh Shechter zeigt „Grand Finale“ im Haus der Berliner Festspiele

(  08.10.2018 ) Eins lässt sich beim besten Willen nicht über Hofesh Shechter sagen: Dass er mit filigranem Besteck inszeniert. Laut, kraftstrotzend und der Gesellschaft einen Spiegel vorhaltend, so legt der in Isreal geborene und mittlerweile in London lebende Choreograf seine Stücke an. Auch „Grand Finale“, schon im Titel schwingt der Showdown mit, setzt auf die Prinzipien der ästhetischen Überwältigung. Mit Vorliebe seziert Shechter die Konfliktlinien von Herrschern und Beherrschten, findet für Machtgefälle prägnante tänzerische Chiffren. In seiner neuesten Arbeit je ... 

Jedem Anfang

Das Staatsballett zeigt „Celis | Eyal“ in der Komischen Oper

(  28.09.2018 ) Dass jedem Anfang stets ein Zauber innewohnt, hält dem Realitätstest nicht immer stand. Im Fall des Staatsballetts durfte man sich anlässlich des Spielzeitauftakts dann doch die Augen reiben. Nach den monatelangen Querelen um den vorzeitigen Abgang von Nacho Duato und die neue Doppelspitze Johannes Öhman und Sasha Waltz ging von dem Abend „Celis | Eyal“ etwas geradezu Kathartisches aus. Öhman, der bis 2019 die Geschicke des Staatsballetts allein lenkt, wählte für seinen Einstand zwei Gastchoreografien, die viel zeitgenössischen Wind durch die Komische Op ... 

Plot ins Nirgendwo

Tanz im August: Marcos Morau/ La Veronal zeigen „Pasionaria“ im HAU1

(  17.08.2018 ) Mit den Markenzeichen ist es so eine Sache. Sie machen unverwechselbar, führen aber auch stets eine bestimmte Erwartbarkeit im Schlepptau. Wenn der Choreograf Marcos Morau zu einem neuen Stück lädt, kann man sicher sein, dass wieder ein Mahlstrom an Surrealität durch den Bühnenraum spült. So auch bei „Pasionaria“, das nunmehr dritte Gastspiel der katalanischen Compagnie La Veronal bei Tanz im August. Anders als in „Siena“, dem hitchcockartigen Verwirrspiel um eine Tote im Museum, und „Voronia“, dem Abstieg in die tiefste Höhle der Erde als allegorischen  ...