Die 1835 erbaute St. Elisabeth-Kirche wird zum Schauplatz von „einS“, einer Zusammenarbeit der Choreografin Canan Erek und des Komponisten Marc Andre: Klänge Neuer Musik verbinden sich mit den Bewegungen der drei Tänzerinnen; zusammengehalten durch ein ausgefeiltes Spiel von Licht, Bühnengestaltung und opulenter Kostümierung. Eine andere Welt tut sich auf – fern vom Großstadtlärm, eingetaucht in atmosphärische Zeitlosigkeit – erzeugt nicht zuletzt durch den sakralen Schauplatz. Trotz Zweckentfremdung behält die teilsanierte Kirche ihre Ausstrahlung, zieht Besucher in ihren Bann und verzaubert durch ihre unvergleichliche Akustik. Marc Andres Komposition „iv 4“, verklanglicht durch vier, dem barocken Zeitalter nachempfunden gekleidete Blasinstrumentalisten, schiebt sich niemals in den Vordergrund; Fokus bleiben die sich mit großer Feinfühligkeit bewegenden Tänzerinnen. Gebeutelt durch die Strapazen der äußeren Welt, raufen sie sich zusammen, erleben den größtmöglichen Einklang miteinander, um im nächsten Moment urplötzlich auseinandergerissen zu werden. Durch die schwungvolle Gespanntheit, verbunden mit einer Insichgekehrtheit, die niemals den Zuschauer vollkommen aussperrt, erzeugt der Tanz einen Sinn von Spiritualität fern von jeglichen Religionen. Erek und Andre gelingt eine perfekte Abstimmung von Spielort, Bühnengestaltung, Klang und Tanz – ohne pathetisch zu sein.
Weitere Vorstellungen: 28. / 29. und 30. Juni 2010 jeweils um 21.00 Uhr
Was kommt nach dem Tanz?
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