Die heilende Kraft der Intimität

Laura Frigato und Catherine Jodin mit „Tight“ im Dock 11

Foto:Joris Carnelin

(

KK

 23.06.10 )

Vorhänge, ein Tisch, ein Sofa und eine Leiter. Mehr ist nicht zu sehen, bevor die beiden Tänzerinnen die Bühne mit zahlreichen kleinen Alltagsgegenständen bevölkern. Wie bei der Einrichtung einer neuen Wohnung werden die Sachen hin- und hergeschoben. Nichts scheint seinen festen Platz zu haben. Irgendwo zwischen ordentlich und chaotisch, zwischen nah und fern, zwischen hell und dunkel, versuchen die Performerinnen die Requisiten, aber auch sich selbst zu verorten. Starre Dichotomien bilden den Anfang des Abends bis die ersten klaren Sätze sich bald im gleichzeitigen Geplapper der Akteurinnen verlieren. Es wird dynamisch und die vielen schauspielerischen Elemente des Intros verdrängt das Solo Laura Frigatos, das die Verzweiflung zum Ausdruck bringt, sich in Gegensätzen wiederzufinden. Sie lacht und weint dann wieder, beides scheint aber unangemessen und so lässt ihr Tanz die Unterschiede zusammenfallen.

Dieses Solo birgt einen von wenigen Momenten, die durch starke Körperpräsenz beeindrucken. Das Tanzstück „Tight“ wartet vielmehr durch Intimität auf. So kommt es auch, dass der Schluss dieser Aufführung sich aus der Erfahrung einer jahrelangen gemeinsamen Arbeit der Performerinnen speist. Denn selbstverständlich wird das Licht nicht ausgeblendet, wenn die nach Halt suchenden Tänzerinnen alleine an den Enden der Bühne stehen und gegen die Wand schauen. Anklänge eines gewollten Happy Ends schwingen in den gehauchten Worten Catherine Jodins mit in einer Szenerie, die eigentlich von unlösbaren Problemen berichtet.

 


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