Mit dem dritten Teil des „Unturtled“-Zyklus setzen die Choreografin und Tänzerin Isabelle Schad und der bildende Künstler Laurent Goldring ihre gemeinsame Arbeit an der Wahrnehmung des Körpers fort. Wie in den vorhergehenden Teilen trägt Isabelle Schad eine überdimensional große, schwarze Stretchhose, in der sie zu Beginn der Aufführung verschwindet und erst zum Applaus wieder hervorkommt. Mit flüssigen Bewegungsabläufen erkundet sie die Grenzen des Kostüms, in dem sie selbst mit ausgestreckten Gliedern nahezu völlig verborgen bleibt. In ihrer langsamen Performance scheint es, als ob das Kostüm sich zuweilen wie eine zweite Haut über ihren Körper legt. Zwar wird der Körper dadurch einerseits gänzlich versteckt, auf der anderen Seite werden gewisse Sehmöglichkeiten offen gelegt, die gewöhnliche Sehgewohnheiten hinterfragen. So emergieren mitunter tatsächliche Bilder, die trotz der Dreidimensionalität des Körpers sich als Fläche abzeichnen. Diese Abstraktion des Körpers zur Ebene gefährdet jedoch keinesfalls die Wahrnehmung der eindrücklichen Bewegungsqualität Isabelle Schads. Vielmehr bereichert es sie und lädt zur Erfahrung ein, „gezeichnete Umrisse“ tanzen zu sehen. Wären da nur nicht die ständigen Reflexionen Laurent Goldrings, die in ihren Einsätzen keinerlei Timing bekunden und durch die Aussagen mehr verhindern, als die Bewegungen zu zeigen versuchen.